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| Wilhelm Meisters Lehrjahre 4 |
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Sechstes Kapitel
Endlich kehrte sie sich zu dem alten Herrn, der noch immer trocken dabeistand, und sagte: "Lieber Oheim, darf ich auf Ihre Kosten freigebig sein?"
Sie zog sogleich den überrock aus, und ihre Absicht, ihn dem Verwundeten und Unbekleideten hinzugeben, war nicht zu verkennen. Wilhelm, den der heilsame Blick ihrer Augen bisher festgehalten hatte, war nun, als der überrock fiel, von ihrer schönen Gestalt überrascht.
Sie trat näher herzu und legte den Rock sanft über ihn. In diesem Augenblicke, da er den Mund öffnen und einige Worte des Dankes stammeln wollte, wirkte der lebhafte Eindruck ihrer Gegenwart so sonderbar auf seine schon angegriffenen Sinne, daß es ihm auf einmal vorkam, als sei ihr Haupt mit Strahlen umgeben und über ihr ganzes Bild verbreite sich nach und nach ein glänzendes Licht.
Der Chirurgus berührte ihn eben unsanfter, indem er die Kugel, welche in der Wunde stak, herauszuziehen Anstalt machte. Die Heilige verschwand vor den Augen des Hinsinkenden; er verlor alles Bewußtsein, und als er wieder zu sich kam, waren Reiter und Wagen, die Schöne samt ihren Begleitern verschwunden.
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